»Bescheidenheit tut uns gut«

Fußball-Bezirksliga: BV Stift Quernheim ist mit junger Mannschaft zurück in der Klasse

Kirchlengern (WB). Zurückhaltung im Friedenstal: Nach einer überragenden Kreisliga-Saison backt der BV Stift Quernheim als Aufsteiger in die Fußball-Bezirksliga kleine Brötchen. »Das Ziel ist der Klassenerhalt«, sagt Trainer Michael Albrecht. Nicht wenige Bezirksliga-Trainer trauen dem BV deutlich mehr als nur den Ligaverbleib zu. Zu überragend spielten die »Stifte« in der vergangenen Saison auf. »Dass man uns sogar als Favorit in der Bezirksliga hält, halte ich für Schwachsinn«, sagt Michael Albrecht. »Wir gehen mit dem nötigen Respekt in die Liga.«

Und der ist durchaus angebracht: Das Auftaktprogramm hat es in sich. Zunächst steht das Derby mit dem ambitionierten Gemeinderivalen RW Kirchlengern an, dann warten mit Vlotho und Lohe der Vierte und Fünfte der vergangenen Saison. »Die Auftaktspiele können wir nur gewinnen«, stellt Albrecht die Rollenverteilung klar. Vom Auftakt dürfte dennoch viel abhängen. Geht der Saisonstart in die Hose, muss die junge Mannschaft das erst einmal wegstecken. Gefühlt hat der BV in der letzten Saison nicht einmal verloren, tatsächlich waren es drei Niederlagen. »Dass wir in der Bezirksliga einige Niederlagen hinnehmen werden müssen, ist allen klar«, sagt Albrecht. »Dennoch weiß die Mannschaft, was sie drauf hat.« Erfahrung in der Spielklasse haben indes nur Renée Terbeck und Süleyman Kaymak.

Eine Stammplatzgarantie gibt Albrecht für keinen Spieler aus – mit Ausnahme von Keeper Georg Wachowski. Der hat mit Marwin Wilke vom SC Enger zwar einen Konkurrenten im Tor bekommen, ist aber gesetzt. Boris Mester steht als dritter Torwart auf Abruf bereit, tritt sportlich jedoch kürzer.

Insgesamt ist der Kader des BV 21 zur neuen Saison größer geworden. »Das war nötig. In der Kreisliga hatten wir manchmal ganz schön personelle Probleme«, sagt Albrecht. Jetzt hat er nur einen Abgang zu verzeichnen: Alexander Jording hängt mit 31 Jahren die Fußballschuhe an den Nagel.

Was die Zugänge angeht, bleibt Stift Quernheim seiner Linie treu. Drei der sechs Neuen kommen frisch aus der A-Jugend. Alex Deuchar hat bislang in der eigenen Spielgemeinschaft mit RW Kirchlengern in der Bezirksliga gekickt und sich laut Albrecht in den Vorbereitungsspielen für einen Einsatz in der Stammelf empfohlen. »Er rüttelt jedenfalls an der Tür zur ersten Elf.« Noch mehr verspricht Albrecht sich von Tim Menne: Der 19-jährige Defensivspieler kommt aus der Landesliga-Jugend des SC Herford und hat zuvor schon bei der JSG Kirchlengern/Stift Quernheim gespielt. »Bei unserem Vorbereitungsturnier in Werther war er überragend«, lobt Albrecht.

Insgesamt liegt der Alterschnitt der Mannschaft bei 22,7 Jahren. Eugen Bellon, Zugang vom SV Löhne-Obernbeck, fällt da mit 27 Jahren fast schon aus der Reihe. »In jedem Fall sind wir ab sofort deutlich breiter aufgestellt«, sagt Albrecht. Durch die sechs Zugänge ist der Kader auf 21 Spieler gewachsen, Dennis Grimmer und Manuel Vette stehen wie Torhüter Mester aus beruflichen Gründen als »Stand-By-Spieler« zur Verfügung.

Bei aller Zurückhaltung traut Albrecht seinem Team einiges zu: »Spielerisch werden wir in der Bezirksliga besser zurecht kommen. Auf den Rasenplätzen muss man sich aber umstellen. Vieles geht nur über Tempo und Kampf.« Die Liga sei deutlich aufgewertet worden. »Die Aufsteiger Hausberge, Werther und Varl sind nicht schlecht. Mit Theesen II haben wir dann noch den Vizemeister aus der Staffel zwei neu dabei«, sagt Albrecht. Was Albrecht nicht sagt: Auch Stift Quernheim wertet die Spielklasse auf. In der Vergangenheit spielte der BV nicht nur erfolgreich, sondern auch attraktiv und offensiv. »Trotzdem tut uns Bescheidenheit gut. Die Mannschaft ist immer noch in der Entwicklung«, betont der Trainer.

Welches Potenzial vorhanden ist, hat Stift am Wochenende gezeigt. Trotz der durchwachsenen Vorbereitung bedingt durch die Erneuerung des Kunstrasenplatzes besiegte die Elf beim Blitzturnier in Werther den Landesligisten Preußen Espelkamp mit 2:0 (siehe rechts). Saisonziel Klassenerhalt? Insgeheim rechnen sie sich im Friedenstal vielleicht doch etwas mehr aus.

(Quelle: BZ vom 06.08.12)

Veröffentlicht in 1. Mannschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.