Stift Quernheim suspendiert Vidovic

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suspendierung_VidovicFußball-Bezirksliga: Stürmer geht trotz Zusage nach Bruchmühlen – mit Kommentar

Kirchlengern (WB). Schon vor dem 23. Spieltag der Fußball-Bezirksliga gibt es Schlagzeilen: Der BV Stift Quernheim hat seinen besten Torschützen Andreas Vidovic bis Saisonende suspendiert. Der Stürmer wechselt im Sommer trotz vorheriger Zusage zum Nachbarn TuS Bruchmühlen.

Klar, dass Stifts Sportlichem Leiter Michael Hanke das überhaupt nicht gefällt: »Er hatte schon im Januar gesagt, dass er bei uns bleibt. Aber Bruchmühlen hat ihm ein Angebot gemacht, dass er nicht ablehnen konnte. Ich kenne Bruchmühlens Trainer Michael Bernhardt sehr lange und habe ihn vergeblich gebeten, das Angebot zurückzuziehen.«

Vom Verein suspendiert

Laut Hanke habe Vidovic die Verantwortlichen am Mittwoch über seinen Wechsel informiert. Noch am Sonntag hatte der 29-Jährige beim 2:0-Sieg in Kutenhausen mit seinem neunten Saisontor das 1:0 erzielt. Weitere werden nicht mehr dazukommen. »Wir haben Andreas vom Spiel- und Trainingsbetrieb freigestellt. Da gibt es kein Zurück mehr. Wir überlegen, ob wir diesen Fall sogar der Spruchkammer geben«, betont Michael Hanke. Sportlich bedauert er den Verlust sehr, denn Vidovic sei nach der Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil zu einem Leistungsträger geworden.

Andreas Vidovic, der im Sommer vom Landesligisten SV Eidinghausen-Werste gekommen war, wollte sich dazu ebenso wie Bruchmühlens Trainer Michael Bernhardt am Freitag auf Anfrage nicht äußern.

Kommentar von Lars Krückemeyer

Dass Zusagen nicht eingehalten werden, ist längst keine Ausnahme mehr im Amateursport. Das Wort des einzelnen zählt immer weniger. Leider. Ein Spieler gibt Verein A sein Wort und kann dann dem Angebot von Verein B nicht widerstehen.

Wundern muss man sich darüber nicht, wenn selbst in der Bundesliga Verträge nur noch Absichtserklärungen sind und Spieler sich zum nächsten Verein streiken.

Dass Andreas Vidovic suspendiert wurde, hilft dem BV Stift Quernheim zwar sportlich nicht. Viel wichtiger aber ist das starke Signal, das der Verein gibt: »So geht’s mit uns nicht!«

(Quelle: Bünder Zeitung vom 14.04.2018)