»Stifte« stellen Holsen ein Bein

bv1-holsenFußball-Bezirksliga: BV 21 Stift Quernheim holt im Derby einen 0:2-Rückstand noch auf – 2:2 nach 90 Minuten

Kirchlengern (WB). Ein klasse Derby ohne Sieger: Der BV 21 Stift Quernheim hat in der Fußball-Bezirksliga einen 0:2-Rückstand gegen den VfL Holsen noch aufgeholt. Am Ende trennten sich die Teams 2:2 (1:2). Für Holsen genügte der Punkt, um in der Tabelle an dem punktgleichen FC RW Kirchlengern vorbeizuziehen.

Vor allem in der ersten Halbzeit erleben die 200 Zuschauer im Friedenstal ein Duell mit offenem Visier. Stift Quernheim hat den besseren Beginn und muss eigentlich in Führung gehen. Eigentlich. Christian Fahrnow ist in der 8. Minute frei durch, doch VfL-Torwart Tim Wächter kann zur Ecke klären. Nur 60 Sekunden später brennt es in Holsens Strafraum schon wieder lichterloh. Dieses Mal leistet sich die Innenverteidigung einen haarsträubenden Fehler und Renée Terbeck steht frei vor Wächter. Der routinierte Stürmer kann sich eigentlich schon die Ecke aussuchen. Doch »Terze« versucht’s lieber auf die umständliche Art. Der Stürmer will Wächter noch umspielen, lässt sich dabei aber zu weit nach rechts abdrängen. Sein Schuss aus spitzem Winkel bringt nichts mehr ein. Die »Stifte« haben zwei gute Gelegenheiten ausgelassen und werden wenig später bestraft.

In der 13. Minute kommt Torwart Georg Wachowski aus seinem Kasten und senst am Strafraumeck mit voller Wucht Carlos Carvalho um. Schiedsrichter Eike Schäffer (Rahden) bleibt keine Wahl: Elfmeter. Zum Glück für Stift Quernheim lässt Schäffer die rote Karte in der Hosentasche und zeigt Wachowski nur den gelben Karton. »Da hätten wir uns über eine doppelte Bestrafung mit Rot und Elfmeter nicht beklagen müssen«, sagt selbst BV-Trainer Michael Albrecht. Schäffer belässt es beim Elfmeter, den Jan-Henrik Vossenkämper nach leichtem Verzögern zum 1:0 verwandelt. »Was für eine Dummheit«, flucht Albrecht an der Seitenlinie. Die Mine des Trainers wird noch finsterer. In der 20. Minute bügelt Wachowski seinen Aussetzer mit einer Parade gegen einen wuchtigen Schuss von Sven-Fabian Fischer wieder aus (20.). Er klärt zur Ecke. Carvalho bringt den Ball von der linken Seite hinein, Pascal Siebers steht bei 5,50 Metern sträflich frei und köpft völlig unbedrängt – und schon steht’s 2:0. Sehr zur Freude von VfL-Trainer Frank Schwöppe. Bei Stift Quernheim gehen dagegen die Kinnladen runter.

Aufgeben kommt aber nicht in Frage. Die Gastgeber spielen nun wieder etwas sortierter. Christian Fahrnow scheitert nach Zuspiel von Daniel Kreimer aber am Torwart (22.). Es geht weiter Schlag auf Schlag. Siebers scheitert auf der Gegenseite an Wachowski (23.), Wächter kann einen Eckball von Menne gerade so klären (24.). Nach einem von Michael Waldmann und Terbeck produzierten Ballverlust läuft Carvalho über das halbe Spielfeld, sein Abschluss landet aber am rechten Pfosten (30.). In der 31. Minute taucht Siebers frei vor Wachowski auf – und vergibt. Dafür trifft Stift Quernheim nach einem schulbuchartigen Konter. Patrick Zum-kehr erobert den Ball in der eigenen Hälfte und dann geht es ruckzuck: Fahrnow leitet auf Jan Strauch weiter, der flankt von der rechten Seite und in der Mitte köpft Terbeck zum 1:2 ein (37.). »Ein richtig geiles Ding«, jubelt Albrecht. Der Anschluss ist geschafft. Sehr zum Ärger von Frank Schwöppe: »Wir hätten doch 4:0 führen können. Aber Stift hat gut gekontert.« Das stimmt, allerdings kann es auch mit einem 2:2 in die Kabine gehen. In der 45. Minute verlängert Fahrnow einen Menne-Eckball, doch Terbeck ballert das Leder ziemlich unüberlegt weit über das Tor.

Nach dem Seitenwechsel haben beide Mannschaften gute Phasen, Chancen gibt es aber weniger. Die erste nach der Pause nutzen die »Stifte« zum Ausgleich. Im Strafraum kann Holsen nach einer Standardsituation nicht klären, der Ball kommt irgendwie zum gerade erst eingewechselten Mustafa Sandal und der zieht einfach ab. Sein Schuss landet im rechten Eck – 2:2 (54.). Michael Albrecht kann wieder lachen. Bei Holsen scheitern noch Carvalho (59, 68.) und Sascha Seifert (89.), während auf der Gegenseite Marvin Stolz nach einem Freistoß den Siegtreffer verpasst (88.). »Wir haben das Spiel ohne Not aus der Hand gegeben. Ein Punkt ist zu wenig«, grummelt Schwöppe. Und Albrecht? »Nach einem 0:2 gegen ein Topteam zurückzukommen, spricht für eine gewisse Qualität bei uns.«

BV 21 Stift Quernheim: Wachowski – Wuttke, Weinhardt, Strauch, Fahrnow, Kreimer, Terbeck (82. Laege), Zumkehr (84. Stolz), Usslepp (46. Sandal), Waldmann, Menne.

VfL Holsen: Wächter – Steinke, Carvalho, Schendzielorz, Siebers (64. Seifert), Wüllner, Vossenkämper, Gottschalk (77. Sürün), Jaber (46. Schulze), Ebmeyer, Fischer.

Tore: 0:1 Vossenkämper (13., Foulelfmeter), 0:2 Siebers (21.), 1:2 Terbeck (37.), 2:2 Sandal (54.).

(Quelle: Bünder Zeitung vom 11.11.2013)

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