Ein (halbwegs) guter Tag

Fußball-Bezirksliga: BV 21 Stift Quernheim und RW Kirchlengern trennen sich im Derby 1:1

Kirchlengern (WB). Die Botschaft zum Gemeindederby enthüllte Michael Albrecht nach dem Abpfiff unter seinem Hemd: »Today is a good day« stand auf dem T-Shirt des Trainers des Fußball-Bezirksligisten BV 21 Stift Quernheim. Mit dem 1:1 (1:0) gegen den FC RW Kirchlengern war Albrecht zufrieden – auch wenn er nach einem (durchaus möglichen) Sieg das Shirt mit etwas breiterer Brust getragen hätte.

Trotz Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke hatte Albrecht unter seinem kurzärmligen Hemd noch ein weiteres T-Shirt angezogen. Der Trainer schwitzte an der Seitenlinie, die Spieler im Brutkasten Friedenstal. Für die Rückkehr auf die Bezirksliga-Bühne hatte sich der Aufsteiger viel vorgenommen. Anstatt des gewohnt frühen Pressings ließen die »Stifte« den unliebsamen Nachbarn etwas mehr Raum und setzten auf Konter. Insbesondere der ehemalige Kirchlengeraner Süleyman Kaymak überzeugte in der Vorwärtsbewegung auf der rechten Seite. Auch wenn Albrecht bei seinem neuen Wirbelwind einige Schwächen in der Defensivarbeit ausmachte, zählte Kaymak zu den besten Derby-Akteuren.

Bei Kirchlengern wartete Trainer Peter Rottmann mit einer faustdicken Überraschung auf. Kai Krüger schmorte 90 Minuten lang auf der Bank, das mit Spannung erwartete Duell der Top-Torjäger zwischen ihm und Sebastian Kropp fiel ins Wasser. »Kai war in der Vorbereitung nicht überzeugend. Ich habe vor dem Spiel mit ihm gesprochen und er hat es verstanden«, begründete Rottmann. Gar keine Berücksichtigung im Kader fanden die Brüder Simon und Marcel Thelen. Sie hatten in einem Freundschaftsspiel gegen Hiddenhausen den Schiedsrichter beleidigt. Der sah zwar von roten Karten ab, doch Rottmann nahm beide vom Feld und belegte sie mit einer internen Sperre. Beide bekommen eine neue Chance. Rottmann: »Ich bin nicht nachtragend.«

Die Geschichte des Derbys vor 400 Zuschauern ist relativ schnell erzählt. Obwohl Kirchlengern mehr Ballbesitz hatte, war Stift Quernheim deutlich gefährlicher. Ein Lupfer von Kropp nach Kaymak-Flanke ging knapp über das Tor (16.). In der 40. Minute scheiterte Renée Terbeck nach Vorarbeit von Kaymak an Torwart Felix Heithölter, der wenige Sekunden später doch den Ball aus dem Netz holen musste. Nach einem Ballverlust von Sven Sebastian traf Daniel Kreimer aus 18 Metern zum verdienten 1:0 für den Aufsteiger.

Auch nach dem Seitenwechsel waren die »Stifte« gefährlicher als der Gegner – obwohl für Torjäger Kropp die Partie nach einem Zusammenprall mit Marijo Brkovic früh beendet war. »Kroppi« humpelte mit einem schmerzhaften Pferderkusses vom Feld (53.). Ein Terbeck-Freistoß verfehlte sein Ziel nur knapp (55.), Christian Fahrnow scheiterte nach einem Sololauf aus zentraler Position (58.). Die beste Gelegenheit zum entscheidenden 2:0 vergab Kreimer mit einer Direktabnahme nach einem scharfen Kaymak-Freistoß (63.).

Kirchlengern bekam erst in der Schlussviertelstunde Oberwasser. Terbeck klärte im Nachsetzen gegen Christian Trampe in der 75. Minute nicht energisch genug und Christian Trampe traf aus halb rechter Position zum 1:1. »Das war ja fast ein Eigentor«, stellte Albrecht fest. In der Folge waren die »Rot-Weißen« dem Siegtreffer näher als die Gastgeber, doch die beste Chance vergab Tolga Süme (84.).

»Wir waren das klar bessere Team, die Spielanteile waren 80 zu 20 für uns. Den Unterschied zum Aufsteiger hat man besonders in der Spielanlage deutlich gesehen«, war Peter Rottmann mit dem Ergebnis nur bedingt zufrieden: »Wir leben damit.« Aufgrund der deutlich besseren Chancen wäre ein Sieg für Stift Quernheim aber keineswegs unverdient gewesen. Deshalb bezeichnete Michael Albrecht das Ergebnis als »ein bisschen unglücklich. Vorne fehlten uns leider ein bisschen die Anspielstationen. Aber wir haben als Aufsteiger einen Punkt gegen den Vorjahresdritten, der in die Landesliga will, geholt. Ich bin sehr zufrieden.« Für ihn war’s ein guter Tag.

(Quelle: BZ vom 20.08.12)

Veröffentlicht in 1. Mannschaft, Saison 12/13.

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