Der Ballast der »Stifte«

1. Mannschaft

bv1-fcrw_1Fußball-Bezirksliga: BV 21 unterliegt dem FC RW Kirchlengern im Derby 0:3 (0:2)

Kirchlengern (BZ). Der Fußball-Kompass schlägt in Richtung Süden aus: Bezirksligist FC RW Kirchlengern hat ein pfeffriges Derby im Norden der Gemeinde beim BV 21 Stift Quernheim verdient mit 3:0 (2:0) gewonnen. Dem bisherigen Spitzenreiter war dagegen ein tonnenschwerer Ballast anzumerken. »Wir haben gespielt, als würde Blei auf uns liegen«, sagte Trainer Michael Albrecht nach der Partie.

Kirchlengerns Coach Peter Rottmann hatte keine Mühe, seine Spieler auf das Derby einzustimmen: »Stift Quernheims Trainer hat mit seinen Aussagen im Vorfeld für die nötige Motivation gesorgt.« Allen Animositäten zwischen beiden Clubs zum Trotz präsentierte sich Kirchlengern gestern als die reifere Mannschaft. Stift Quernheim hatte das Spielgeschehen nur zu Beginn unter Kontrolle. In der 11. Minute schob sich Kirchlengerns Viererkette dann eine gefühlte Ewigkeit den Ball von links nach rechts und von rechts nach links zu, als Felix Kowoll auf einmal einen schnellen Pass auf Jannik Diekmann auf der rechten Seite spielte. Diekmann überrannte das Mittelfeld und flankte in die Mitte. Dort erwischte Stürmer Kai Krüger den Ball zunächst nicht richtig, doch Alexander Sitter legte den Ball von der linken Seite zurück ins Zentrum und Krüger traf von der Strafraumgrenze zum 1:0 für RWK.

bv1-fcrw_4Der Ausgleich hätte sechs Minuten später fallen müssen. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Patrick Wuttke über Kirchlengerns Mittelfeld hinweg tauchte der in die Startelf zurückgekehrte Renée Terbeck frei im gegnerischen Strafraum auf. »Terze« nahm Maß und donnerte das Leder mit voller Wucht ins Lattenkreuz. Von der Unterkante der Latte sprang das Leder allerdings wieder heraus.
Kirchlengern ging mit seinen Torchancen effektiver um. In der 21. Minute überrumpelte Benjamin Milse den Stift-Verteidiger Marvin Stolz und ließ Torwart Georg Wachowski dann freistehend keine Abwehrchance mehr – 2:0 für Kirchlengern. Michael Albrecht schickte seine Auswechselspieler zum Warmlaufen.

Doch von Spielfreude war auch nach der Einwechslung von Offensivmann Mustafa Sandal für Linksverteidiger Christopher Taggart nichts zu spüren. Nur selten sorgten die »Stifte« für Gefahr. Terbeck scheiterte in der 34. Minute mit einer Direktabnahme im Strafraum, dann wurde ein Schuss von Daniel Kreimer nach einer Hereingabe von Sandal von Kirchlengern in höchster Not geklärt (36.). Mehr hatte Stift Quernheim in der Offensive nicht zu bieten.

bv1-fcrw_3So schien die Partie zur Halbzeit schon entschieden zu sein, auch wenn Michael Albrecht seinen aus dem Urlaub zurückgekehrten Kapitän Kevin Weinhardt ab der 46. Minute für Stolz brachte. Kirchlengern war dem 3:0 näher als der BV 21 dem Anschluss. Nach Vorarbeit von Sitter scheiterte Milse freistehend an Wachowski (48.). Mehr als ein Schüsschen von Sandal (49.) hatte Stift nicht zu bieten. In der 73. Minute machte Kirchlengern den verdienten Sieg dann endgültig perfekt: Nach einem Pass von Christian Trampe durch die Schnittstelle scheiterte Alexander Sitter zunächst frei an Wachowski, doch Sitter bugsierte den Ball noch zu Krüger, der in der Mitte das 3:0 erzielte. Spätestens in der 79. Minute war der Nachmittag für die »Stifte« gelaufen: Daniel Kreimer beleidigte den jungen Schiedsrichter Matthias Niehaus (Herford) und sah dafür die rote Karte. Bei einem Konter hätte der eingewechselte Dimitri Wiebe nach Doppelpass mit Sebastian Kowalczyk auf 4:0 stellen können, doch er traf nur die Latte (88.).

bv1-fcrw_2»Wir haben nicht zu dem Spiel gefunden, das wir sonst aufziehen. Erst als es zu spät war, haben wir angefangen, Fußball zu spielen«, ärgerte sich Michael Albrecht. »Die Niederlage ist auch in der Höhe in Ordnung.« Kirchlengerns Trainer machte gestern Nachmittag einen »spielerischen Klassenunterschied aus. Das Ergebnis ist völlig in Ordnung, fußballerisch sind wir das bessere Team. Kommende Woche wird es für uns gegen Holsen erheblich schwieriger werden.« Und auch den bisherigen Stift-Höhenflug relativierte Rottmann: »Deren Gegner hatten bislang nicht die Qualität von unseren.« Albrecht blieb die Erkenntnis, dass »wir wie erwartet nicht ganz oben mitspielen können«.

(Quelle: Bünder Zeitung vom 16.09.2013)

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